Festtage für die Zähne

Donnerstag 10. Dez. 2020 09:55

Weihnachtskekse, Lebkuchen, Glühwein – die weihnachtlichen Feierlichkeiten warten mit einem Schmaus nach dem anderen auf. Damit Karies nicht die besinnliche Zeit vergrault, haben wir ein paar Zahnpflege-Tipps zusammengestellt.

Süsses? Klar doch!

Können Sie sich vorstellen, ausgerechnet an Weihnachten an Snacks wie Selleriestangen zu knabbern und bei rotem Wein abzuwinken und sich stilles Wasser einzuschenken, anstatt herzhaft in einen saftigen Lebkuchen zu beissen und mit Glühwein auf die schöne Zeit anzustossen? Nein? Wir ebenfalls nicht. Man darf sogar alles essen – klar, übertreiben sollte man es schon nicht. Was aber sein muss, ist die Zahnpflege. Und die geht immer – trotz Weihnachtsstress.

Karies liegt an Weihnachten auch unter dem Baum

Kariesbakterien freuen sich genauso wie wir auf Weihnachten, denn die winterlichen Köstlichkeiten mögen sie ganz besonders. Vollgefressen vom Weihnachtsessen, verdauen die Bakterien die Kohlenhydrate. Insbesondere Zucker ist eine Leibspeise der Kariesbakterien. Wenn die Bakterien den Zucker verdauen beziehungsweise abbauen, entsteht aggressive Milchsäure. Als Folge sinkt der pH-Wert im Mundraum. Für den Zahnschmelz ist das ungünstig, weil dadurch Mineralien aus dem Zahn gelöst werden. Im Zahnbelag, Plaque genannt, fühlen sich die Bakterien besonders wohl.

Karies – keine schöne Bescherung

Je länger man seine Zähne nicht sauber putzt, werden die Zähne Stück um Stück demineralisiert. Und wie es dann weiter geht, wenn man seine Zähne nicht ausreichend mit Zahnpasta remineralisiert – diese (Weihnachts-)Geschichte kennen wir ja bereits: Karies macht sich auf und zwischen den Zähnen breit. Der sogenannte Initialkaries macht sich mit kreidig-weissen Flecken auf dem Zahnschmelz bemerkbar. Wird weiterhin nichts unternommen, bricht der Zahnschmelz an diesen Stellen schliesslich ein und es entsteht ein Loch im Zahn. Darum gilt: Die Zahnreinigung ist auch an Weihnachten die beste Prophylaxe.

Besonders fies: Karies entsteht vor allem bei den schwer erreichbaren Stellen, das heisst, in den Furchen auf den Kauflächen und zwischen den Zähnen. Ergänzen Sie daher Ihre Zahnpflege mit dem Einsatz von Zahnseide oder Interdentalbürstchen. Der Zahnschmelz freut sich ebenso auf eine Mundspülung nach der Zahnreinigung.

Zahnpflege im Weihnachtsstress

Damit es erst gar nicht zu Kariesbefall kommt, müssen die Zähne trotz Feierlichkeiten und Weihnachtsstress regelmässig gepflegt werden. Das ist nicht immer einfach, aber wenn gerade keine Zahnbürste, Zahnseide und eine Zahnpasta vorhanden sind, tun es auch Kaubonbons oder Zahnpflegekaugummis ohne Zucker. Diese kleinen Helferchen kann man überallhin mitnehmen. Oft ist Xylit als Süssstoff enthalten – ein Klassiker, denn dieser wirkt zusätzlich karieshemmend.

Richtige Ernährung fördert die Zahngesundheit

Neben den Süssigkeiten schlemmen wir an Weihnachten – natürlich nicht nur dann – viele fluoridhaltige Lebensmittel wie Salz, Bohnen, Linsen, Erdnüsse, Fisch, grüner und schwarzer Tee. Aufgrund des Fluoridgehalts sind diese Lebensmittel gut für den Zahnschmelz und stärken diesen. Fluorid remineralisiert nicht nur den Zahnschmelz, sondern schützt auch vor einer Demineralisation, da dieses Salz gute Mineralien besser im Zahnschmelz bindet.

Insbesondere Nüsse, die wir kräftig kauen müssen, sorgen für gesunde Zähne. Denn wie beim Kaugummi-Kauen oder Kaubonbon-Kauen, regt das Zerbeissen von Nüssen die Speichelproduktion an. Speichel wiederum neutralisiert die Milchsäuren und remineralisiert den Zahnschmelz. Und auch Gewürze können etwas zur Gesundheit Ihrer Zähne beitragen: sie treiben die Neutralisierung der bei der Nahrungsaufnahme entstehenden Säuren voran.

Alle Kekse auf einmal…

Neben der Zusammensetzung der Mahlzeiten spielt zusätzlich die Häufigkeit, wie oft wir verteilt am Tag essen, eine Rolle. Denn wenn wir die ganze Zeit naschen, also zwischen den Mahlzeiten nicht eine Pause einlegen, kann sich der Zahnschmelz von den Säureattacken gar nie richtig erholen. Deshalb ist es besser, mehrere Weihnachtskekse auf einmal zu essen, anstatt über den ganzen Tag verteilt immer mal wieder ein Stückchen abzubeissen.

… oder gar keine Kekse?

Hat man empfindliche Zähne, kann man Schmerzen haben, wenn man zuckerhaltige Speisen isst. So sind die Feiertage natürlich nicht geniessbar. Deshalb ist es hier umso wichtiger, dass man seine Zähne regelmässig putzt und remineralisiert. Es gibt Zahngels und Zahnpasten mit desensibilisierenden Mitteln, die einen Schutz über die empfindlichen Stellen legen. Zwei bis dreimal aufgetragen, halten die Gels einige Stunden. So kann man trotz empfindlichen Zähnen Weihnachten voll und ganz geniessen.